Was kostet eine dezentrale Lüftungsanlage?

Eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kostet für ein Einfamilienhaus als Richtwert etwa 4.000 bis 7.000 Euro inklusive Einbau. Ein einzelnes Gerät liegt je nach Qualität ungefähr zwischen 450 und 850 Euro, dazu kommen Kernbohrung und Montage. Die laufenden Kosten sind niedrig: wenige Euro Strom pro Gerät und Jahr plus ein jährlicher Filterwechsel. Wie hoch die Summe am Ende wirklich ist, hängt vor allem von der Zahl der benötigten Geräte ab.

Vorweg eine ehrliche Sache: Wer online eine exakte Zahl sucht, findet Spannen statt Festpreisen. Das liegt nicht an Geheimniskrämerei, sondern daran, dass zwei Häuser fast nie gleich sind. Die folgenden Richtwerte stammen aus öffentlich einsehbaren Kostenübersichten mehrerer Lüftungshersteller und -portale (Stand 2026). Sie geben die richtige Größenordnung, ersetzen aber kein Angebot, das jemand nach einem Blick auf Ihre Wände macht.

Wovon der Preis abhängt: die vier großen Kostenfaktoren

Der Endpreis einer dezentralen Anlage entsteht aus vier Größen. Wer sie kennt, versteht sofort, warum das Angebot für den Nachbarn wenig über den eigenen Fall aussagt.

1. Die Anzahl der Geräte

Das ist der stärkste Hebel. Dezentrale Geräte sitzen einzeln in der Außenwand, meist paarweise gegenüberliegend, damit sie im Wechseltakt Luft holen und abgeben. Eine Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnung kommt oft mit vier bis sechs Geräten aus, ein Einfamilienhaus eher mit sechs bis acht. Jedes zusätzliche Gerät kostet Material, eine Bohrung und Montagezeit. Deshalb rechnet man dezentrale Anlagen sinnvoll nicht „pro Quadratmeter“, sondern pro Raum, der frische Luft braucht.

2. Wandstärke und Kernbohrung

Jedes Gerät braucht ein Loch nach draußen. In eine dicke, gedämmte Außenwand oder in Sichtmauerwerk zu bohren dauert länger und kostet mehr als in eine schlanke Wand. Bei sehr dicken Wänden oder schwierigem Baustoff steigt der Montageaufwand spürbar. Diese Position ist bei jedem Objekt anders und lässt sich seriös erst vor Ort beziffern.

3. Neubau oder Nachrüstung

Im Neubau ist die Wand ohnehin offen, das passende Wandeinbauteil wird gleich mit eingemauert, und die Montage geht schnell. In der Sanierung muss dagegen jedes Loch nachträglich gebohrt werden, oft mit Staubschutz und Nacharbeit am Putz. Nachrüsten ist deshalb pro Gerät in der Regel teurer als der Einbau im Rohbau, auch wenn das Gerät selbst dasselbe kostet.

4. Ausstattung und Steuerung

Ein einfaches Gerät ohne Wärmerückgewinnung und ohne Steuerung ist günstig, aber im Betrieb teuer, weil es im Winter warme Luft nach draußen bläst. Geräte mit Wärmerückgewinnung, Feuchtesensor und zentraler Steuerung kosten in der Anschaffung mehr, arbeiten dafür sparsamer und komfortabler. Wer später alle Räume gemeinsam regeln oder per App steuern möchte, plant die Steuerung von Anfang an mit ein.

Was kostet die Anschaffung? Richtwerte pro Gerät und fürs ganze Haus

Ein dezentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung kostet als Marktrichtwert grob zwischen 250 Euro für einfache Modelle und über 1.000 Euro für hochwertige Einzelraumgeräte; gängige Qualitätsgeräte liegen etwa bei 450 bis 850 Euro. Für ein komplettes Einfamilienhaus nennen die Fachportale eine Größenordnung von rund 4.000 bis 7.000 Euro inklusive Steuerung und Einbau.

PositionRichtwert (Markt, 2026)Bezug
Gerät einfach, ohne Wärmerückgewinnungab ca. 250 €pro Gerät
Gerät mit Wärmerückgewinnung (Standard)ca. 450–850 €pro Gerät
Hochwertiges Einzelraumgerätbis über 1.000 €pro Gerät
Zentrale Steuerungca. 150–300 €pro Anlage
Wohnung (3–4 Räume) komplettca. 3.400–5.100 €gesamt
Einfamilienhaus komplettca. 4.000–7.000 €gesamt, inkl. Einbau

Richtwerte aus öffentlichen Kostenübersichten (luftbude, getair, inVENTer), keine impruf-Preise.

Was kostet der Einbau?

Der Einbau schlägt in der Sanierung pro Gerät mit ungefähr 60 bis 170 Euro für die Kernlochbohrung zu Buche, dazu etwa ein bis zwei Stunden Montage zu einem handwerküblichen Stundensatz. Im Neubau ist der Aufwand kleiner, weil das Wandeinbauteil (Richtwert um 35 Euro) direkt eingemauert und das Gerät in weniger als einer Stunde gesetzt wird.

Grob gilt: In der Nachrüstung macht die Montage einen merklichen Teil der Gesamtkosten aus, im Neubau fällt sie kaum ins Gewicht. Wer ohnehin die Fassade dämmt oder Fenster tauscht, verbindet den Lüftungseinbau am günstigsten mit dieser Baustelle, weil Gerüst und Handwerker dann schon da sind.

Laufende Kosten: Strom, Filter, Wartung

Die laufenden Kosten einer dezentralen Anlage sind gering. Moderne Geräte verbrauchen nur wenige Watt, sodass der Strom als Richtwert etwa 4 bis 10 Euro pro Gerät und Jahr kostet. Dazu kommt ein Filterwechsel, den man in der Regel selbst erledigt: rund 7 bis 15 Euro je Gerät, fürs ganze Haus grob 40 bis 90 Euro im Jahr. Eine kostenpflichtige Fachwartung fällt bei dezentralen Geräten meist nicht an.

KostenartRichtwert (Markt, 2026)Anmerkung
Stromca. 4–10 € pro Gerät/Jahrwenige Watt Leistungsaufnahme
Strom, ganzes Hausgrob 40–90 € /Jahrje nach Gerätezahl und Laufzeit
Filterwechselca. 7–15 € pro Gerätmeist 1× jährlich, selbst
Filter, ganzes Hausca. 40–90 € /JahrVerschleißteil
Fachwartungin der Regel keineReinigung selbst möglich

Ein fairer Hinweis zur Einordnung: Dezentrale Geräte spart man sich bei der Wartung, weil kein Fachbetrieb ein Kanalnetz reinigen muss. Dafür ist die Lebensdauer der kleinen Geräte mit rund 10 bis 15 Jahren kürzer als die eines zentralen Systems. Über die gesamte Nutzungsdauer gerechnet liegen beide näher beieinander, als der Anschaffungspreis zunächst vermuten lässt.

Dezentral oder zentral — der Kostenvergleich

Im direkten Vergleich ist die dezentrale Lüftung in der Anschaffung meist die günstigere Lösung, weil das teure Kanalnetz entfällt. Für ein Einfamilienhaus nennen die Portale dezentral etwa 4.000 bis 5.000 Euro, für eine zentrale Anlage mit Rohrsystem eher 6.000 bis 10.000 Euro. Vor allem in der Sanierung punktet die dezentrale Variante, weil man keine Kanäle durch fertige Decken und Wände führen muss.

DezentralZentral
Anschaffung EFH (Richtwert)ca. 4.000–5.000 €ca. 6.000–10.000 €
Kanalsystem nötigneinja (Luftverteilung im Haus)
Nachrüstung im Bestandeinfach, Loch je Raumaufwendig, Kanäle verlegen
Wartungmeist selbstFachwartung des Kanalnetzes
Bauliche Eingriffegeringumfangreich

Welche Bauart im Einzelfall die richtige ist, entscheidet nicht der Preis allein, sondern der Grundriss, der Sanierungsstand und die Frage, wie viel gebaut werden darf. Die Abwägung mit allen Vor- und Nachteilen haben wir im Ratgeber dezentrale oder zentrale Lüftung im Vergleich ausführlich aufgeschrieben.

Förderung: BAFA, KfW und das Gebäudeenergiegesetz

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist als Einzelmaßnahme grundsätzlich förderfähig, weil sie zur energetischen Modernisierung eines Gebäudes zählt. Zuschüsse laufen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), abgewickelt von BAFA und KfW. Die genauen Fördersätze ändern sich jedoch regelmäßig und hängen davon ab, ob die Lüftung Teil eines größeren Sanierungsplans ist.

Weil sich die Konditionen von Jahr zu Jahr verschieben, nennen wir hier bewusst keine Prozentzahl aus zweiter Hand. Den aktuellen Stand, die Voraussetzungen und den Ablauf der Antragstellung haben wir laufend gepflegt im Beitrag Förderung für Lüftungsanlagen zusammengestellt. Ein Punkt ist wichtig: Der Antrag muss in der Regel gestellt sein, bevor der Auftrag vergeben wird.

Der Grund, warum das Thema Lüftung überhaupt so oft auftaucht, steckt im Baurecht selbst. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt eine luftdichte Gebäudehülle, damit möglichst wenig Heizwärme durch Fugen und Ritzen verloren geht. Ein dichtes Haus ist aber nicht mehr in der Lage, sich von allein zu lüften. Feuchte Luft und verbrauchte Raumluft bleiben stehen, wenn nicht bewusst für Austausch gesorgt wird. Genau diese Lücke füllt eine geplante Lüftung.

Rechnet sich das? Wärmerückgewinnung und Amortisation

Der eigentliche Spareffekt entsteht durch die Wärmerückgewinnung: Das Gerät nimmt der abströmenden Raumluft im Winter die Wärme ab und gibt sie an die einströmende Frischluft weiter, statt sie ungenutzt nach draußen zu lassen. Fachportale beziffern die eingesparten Heizkosten überschlägig auf rund 200 Euro pro Jahr; nach DIN-Berechnung werden im Durchschnitt etwa 3.000 Kilowattstunden Endenergie zurückgewonnen (Quelle: luftbude).

Man kann sich das wie einen Gegenstromtauscher vorstellen: Zwei Luftströme laufen aneinander vorbei, ohne sich zu vermischen, und die warme Luft „lädt“ die kalte Luft mit ihrer Wärme auf, bevor sie das Haus verlässt. Wie viel Wärme dabei tatsächlich im Haus bleibt, sagt der Wärmerückgewinnungsgrad. Das Novarius-Gerät erreicht hier einen geprüften Wert von 83 Prozent (DIBt-geprüft, Zulassung Z-51.3-520). Ein höherer Rückgewinnungsgrad bedeutet unmittelbar weniger Heizkosten.

Wie schnell sich die Anlage bezahlt macht, lässt sich pauschal nicht sagen. Es hängt von den Heizkosten, dem Energiepreis und einer möglichen Förderung ab. Ehrlich ist: Die reine Heizkostenersparnis allein braucht Jahre, bis sie die Anschaffung deckt. Der Wert einer Lüftung liegt genauso im Schutz vor Feuchte und Schimmel, in besserer Luft und darin, dass ein dichtes, gedämmtes Haus überhaupt erst richtig funktioniert. Diese Punkte tauchen in keiner Amortisationsrechnung auf und sind trotzdem oft der eigentliche Grund für die Entscheidung.

Warum der genaue Preis erst nach einer Planung feststeht

Die Zahlen auf dieser Seite zeigen die Größenordnung. Was Ihr Haus konkret kostet, entscheidet sich an Ihren Wänden: wie viele Räume versorgt werden müssen, wie dick die Außenwände sind, ob neu gebaut oder nachgerüstet wird. Ein belastbarer Preis kommt deshalb aus einer kurzen Bedarfsplanung, nicht aus einer Online-Tabelle.

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Häufige Fragen zu den Kosten einer dezentralen Lüftungsanlage

Als Marktrichtwert liegt eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für ein Einfamilienhaus bei etwa 4.000 bis 7.000 Euro inklusive Einbau. Der größte Kostentreiber ist die Anzahl der Geräte, üblich sind sechs bis acht. Der genaue Preis hängt zusätzlich von Wandstärke und davon ab, ob neu gebaut oder nachgerüstet wird.

Ein einzelnes Gerät kostet je nach Ausstattung grob zwischen 250 Euro für einfache Modelle und über 1.000 Euro für hochwertige Einzelraumgeräte. Gängige Geräte mit Wärmerückgewinnung, Feuchtesensor und Steuerung liegen als Richtwert bei etwa 450 bis 850 Euro pro Stück.

Die laufenden Kosten sind niedrig. Der Strom kostet als Richtwert rund 4 bis 10 Euro pro Gerät und Jahr, der Filterwechsel etwa 7 bis 15 Euro je Gerät ein- bis zweimal jährlich. Fürs ganze Haus liegen die jährlichen Betriebskosten meist im niedrigen dreistelligen Bereich. Eine kostenpflichtige Fachwartung fällt bei dezentralen Geräten in der Regel nicht an.

In der Anschaffung ist die dezentrale Lüftung meist günstiger, weil das teure Kanalnetz entfällt. Für ein Einfamilienhaus nennen Fachportale dezentral etwa 4.000 bis 5.000 Euro und zentral etwa 6.000 bis 10.000 Euro. Vor allem in der Sanierung ist die dezentrale Variante im Vorteil, da keine Luftkanäle durch das fertige Haus verlegt werden müssen.

Ja, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist als energetische Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) grundsätzlich förderfähig, abgewickelt über BAFA und KfW. Die Fördersätze und Voraussetzungen ändern sich regelmäßig; den aktuellen Stand sollte man vor Auftragsvergabe prüfen, da der Antrag in der Regel vorher gestellt sein muss.

Die Wärmerückgewinnung senkt die Heizkosten spürbar, weil die Wärme der Abluft im Haus bleibt. Fachportale beziffern die Ersparnis überschlägig auf rund 200 Euro pro Jahr. Über die Heizkosten allein amortisiert sich die Anlage erst über mehrere Jahre. Der größere Nutzen liegt oft im Schutz vor Feuchte und Schimmel und in dauerhaft guter Raumluft.